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Perbing

 

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Entnommen aus der Festschrift zur Vereinsheim-Einweihung im Jahr 1995.
Autor: Heinrich Kittel († 1994) ergänzt von Otto Hundsdorfer
Aktualisiert von Andreas Lindhuber

Perbing ist über tausend Jahre alt. Es war ein Edelsitz und erhielt seinen Namen nach den Edlen von Berbobing, die hier eine Burg hatten. "Berbo" heißt der Brave. Aus Berbobing wurde im Laufe der Zeit Perbobing und schließlich Perbing. Die Edlen von Perbing nannten sich "de Perbobing" oder "de Perbing". Perbing war eine Hofmark, und die letzten Edlen sind von 1140 bis 1299 beurkundet. Der ehemalige Edelsitz stand an der Stelle des jetzigen Perstorfer-Anwesens.

Perstorfer-Anwesen

Die Edlen "de Perbobing" waren verwandt mit den benachbarten Herren von "Pezenbeckh". "Pezo" heißt der Gewichtige, was auf den Besitz hindeutete. Das Gut heißt heute noch "Petzenbeck" bzw. offiziell "Petzenbach" und ist seit langer Zeit im Besitz der Bachhubers. Durch Heirat führt die Familie seit wenigen Jahren den Familiennamen Eckl. Es soll einst im Besitze des "Pezilo am Bach" gewesen sein. In Urkunden erscheint es 1185 und 1568.

Petzenbach-Anwesen

Im Jahre 1160 fanden einige Gutsschenkungen an das Kloster St. Nikola zu Passau statt. Es wurden auch Güter an andere Klöster geschenkt. Zum Beispiel hat ein "Heinrich von Jahrstorf", der sich eines Verbrechens schuldig gemacht haben soll, zwei in Perbing gelegene Güter im Jahre 1230 als Sühne an das Kloster Ranshofen (nächst Braunau/Inn) geschenkt. Laut Chronik wurden bei solchen Schenkungen immer mehrere Ritter als Zeugen "bei den Ohren" herbeigezogen. Seit 1299 werden die Edlen von Perbing urkundlich nicht mehr genannt.

Um 1140 hat es in Perbing einen "Adelbrecht de Perbibingen" gegeben und außerdem waren in Perbing die "Leiblfing" begütert, von welchen "Ulrich von Leowolfing" im Jahre 1304 dem Kloster Aldersbach einen Hof zu Perbing vermachte. Spuren einer Burg bzw. eines Schlosses sind leider nicht mehr vorhanden und gingen wahrscheinlich im Perstorfer-Anwesen unter.

Die Bauern waren damals Leibeigene, dass heißt, sie gehörten mit ihrer Familie dem Herrn und Gebieter. Er konnte über sie gänzlich verfügen; sie mussten ihm gehorchen. Er beschützte sie aber auch, wenn es nötig wurde.

Ein ansehnlicher Teil von Perbing war damals durch Schenkungen Eigentum von Klöstern und blieb es über fünfhundert Jahre. 1803 kam es im Zuge der Säkularisation zu Klosteraufhebungen. Die Renten von den Klostergütern kassierte von da ab der Staat

Wann und auf welche Weise die Burg der Edlen von Perbing zerstört wurde, ist nicht bekannt. Vielleicht geschah dies im Dreißigjährigen Krieg, der auch in Bayern besonders heftig wütete. So wurde zum Beispiel 1639 ganz Eichendorf in Schutt und Asche gelegt und im Jahre 1648 das damalige Adldorfer Schloss der Herrschaft Fränkhing, aus der ein Dornacher Priester stammte, von eingefallenen Schweden niedergebrannt.

Perbing ist ein kleiner, aber sehr schöner und gern besuchter Ort. Und wenn man von ihm spricht, sind natürlich auch immer die dazugehörigen Einöden des Sprengels gemeint, die ihrer Schönheit und Eigentümlichkeit wegen sogar in der "Perbinger Einödlitanei" besungen werden, wobei auch Perbing selbst etwas "profitiert". "Z′Perbing, wo dös Schulhaus steht, da geh ma in d′Schui, mir Buam von da Ed!" - Mit den Einöden zählt Perbing 352 Einwohner.

Schule wurde einstmals im "Bachschusterhaus" gehalten. Den ersten Unterricht erteilte der Mesner Sebastian Falk, aus Galgweis gebürtig, an welchen eine Gedenktafel an der nördlichen Kirchenmauer erinnert. 1850 hörte der Unterricht in Perbing auf, und die Perbinger Schulkinder mussten von da ab den dreieinhalb Kilometer weiten Weg zur Schule in Dornach zurücklegen. Um den Kleinen diese Mühe zu ersparen, erbauten die Perbinger mit großen Opfern im Jahre 1869 ein eigenes Schulhaus. Dabei wurden sie lediglich mit einem Bezirkszuschuss von fünfhundert Gulden unterstützt. Nun hatten die kleinen Perbinger "ihre" Schule im Dorf. Sie hat ihnen 103 Jahre gedient. Im Jahre 1972 wurde sie geschlossen und die Kinder müssen fortan nach Eichendorf zur Schule. Der erste Perbinger Lehrer war Sebastian Falk († 1864), die letzte Lehrkraft Oberlehrerin Felicitas Kittel († 1985), die an der Perbinger Schule am längsten, nämlich 27 Jahre, tätig war.

Nach dem Schließen der Schule wurde im Schulgebäude ein Kindergarten eingerichtet, der von Felicitas Kittel geleitet wurde. Das Schulhaus steht heute noch und dient nach einer Renovierung und verschiedenen Anbauten als Firmengebäude und Wohnhaus.

Ein Bericht über Perbing wäre unvollständig, wollte man nicht auch wehmütig des aufgelassenen Perbinger Wirtshauses und seiner früheren Wirtsleute - der Familie Salzberger - gedenken. Das Wirtshaus war 1875 bis 1979 gesellschaftlicher Mittelpunkt des Ortes und Herbergslokal der Freiwilligen Feuerwehr Perbing und anderer Vereine. Durch den allzu frühen Tod des allseits beliebten Besitzers Matthias Salzberger sen., im Jahre 1979, war das Schicksal der gastlichen Stätte besiegelt.

Mit dem Schließen der Wirtschaft war der Auszug der Vereine aus Perbing verbunden. Die Feuerwehr zog nach Dornach zum Fellner Michael und machte diese Wirtschaft zu ihrem Vereinslokal. Ebenso zog auch der Frühschoppenverein dort hin. Die Schützen gingen nach Enzerweis zur Wirtschaft Grüner Baum und teilten sich mit den Grünen-Baum-Schützen das Herbergslokal. Mit diesem Auszug der Vereine litt die Dorfgemeinschaft und es bestand die Gefahr, dass sie ganz zerfällt.

Im Jahre 1994 wurde von der Feuerwehr und den Schützen das gemeinsam errichtete Vereinsheim bezogen, das sich seitdem zum Mittelpunkt des dörflichen Lebens in Perbing entwickelt hat. Die Entstehungsgeschichte des Vereinsheimes ist hier nachzulesen.

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